Vorwort des Distriktoberen

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!

Als fürsorgliche Mutter, die uns zur Heiligkeit führen möchte, lädt uns die Kirche ein, keine Jahreszeit ohne besondere Bußübung verstreichen zu lassen, also nicht nur in der Fasten- und in der Adventszeit Buße zu tun, sondern auch im Sommer und im Herbst Verzicht zu leisten. So kennt die Kirche von alters her die Quatembertage. Sie gehören zu den Schätzen der Tradition, die über viele Jahrhunderte das geistliche Leben der Gläubigen geprägt haben. Auch wenn ihre Beobachtung heute nicht mehr allgemein vorgeschrieben ist, haben sie nichts von ihrer Bedeutung verloren – vielmehr erscheinen sie in unserer Zeit wichtiger und angebrachter denn je. Daher möchte ich Ihnen diese Übung, die nun in diesem Monat wieder vorgesehen ist, sehr ans Herz legen.

Die Quatembertage sind Tage des Dankes, der Sühne und der Bitte. Die Kirche dankt Gott für die Gaben der Schöpfung, für die Früchte der Erde und für alle Wohltaten seiner Vorsehung. Zugleich ruft sie ihre Kinder zur Buße auf, damit sie ihre Herzen reinigen und sich neu auf Gott ausrichten. Und sie bittet um neue Wohltaten.

Die Quatembertage waren für die Erteilung der heiligen Weihen bevorzugte Tage. Daher sehen wir mit Fug und Recht die Bittgebete der Quatember in diesem Licht. Beten wir eifrig für die Heiligung der Priester und um heiligmäßige Berufungen.

Diese Anliegen verdienen heute unsere besondere Aufmerksamkeit. Die Kirche lebt aus dem heiligen Messopfer; dieses ist untrennbar mit dem Priestertum verbunden. Wo es keine Priester gibt, wird das Opfer Christi nicht mehr auf den Altären gegenwärtig, verstummen die Kanzeln und bleiben die Beichtstühle leer. – Leider ist die zunehmende Priesterlosigkeit eine der faulen Früchte der vom II. Vaticanum angestoßenen „Reform“ der Kirche.

Einen Priester, der die große Diskrepanz zwischen diesem nachkonziliaren Umbruch und den wahren Reformbestrebungen der Kirchengeschichte aufgezeigt hat, möchte ich besonders erwähnen. Es geht um einen Priester, dessen Leben zutiefst vom Dienst an der Kirche und von der Treue zu überlieferten Lehre geprägt wurde, und der am 14. September seinen 100. Geburtstag begehen darf, wobei er zugleich auf 75 Jahre Priestertum zurückblickt: Prälat Prof. Dr. Georg May. Mit klarem Blick, wissenschaftlicher Genauigkeit und mit Bekennermut hat er die modernistischen Verirrungen angeprangert – so etwa in seinem im Sarto Verlag erschienen Monumentalwerk 300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie. Seine Schriften haben vielen Menschen wertvolle Orientierung in einer Zeit großer Verwirrung gegeben. – Ad multos annos!

Der unschätzbare Einfluss, den ein einziger treuer Priester haben kann, und die desolate gegenwärtige Lage der Kirche zeigen uns die Wichtigkeit des Gebets um gute, ja heilige Priester und Ordensleute. Heute mehr als je ist die Opferbereitschaft der Gläubigen gefordert. Jede Berufung ist ein Geschenk Gottes. Sie kann nicht geplant und organisiert werden; sie muss erbeten werden. Deshalb sind die Quatembertage eine besondere Einladung, den Herrn der Ernte zu bitten, Arbeiter in seinen Weinberg zu senden. Mögen daher möglichst viele Gläubige diese Tage in großherzigem Geist begehen.

Zum Schluss möchte ich den Blick erweitern und neben den Priesterberufungen auch die Ordensberufungen ansprechen, indem ich meinen Aufruf vom Januar wieder aufgreife: den Aufruf zu vermehrtem und gezieltem Gebet um Ordensberufungen. Beten wir, dass immer mehr von unseren guten jungen Katholiken den Mut aufbringen, sich für das Ordensleben zu entscheiden!

Kürzlich las ich den Satz: „Was das Gebet erbittet – das Opfer erlangt es.“ Mögen in diesem Sinn die Quatembertage ein Ansporn sein, durch freiwillige Bußübungen das Gebet fruchtbar zu machen – auch an anderen Tagen! Die Gottesmutter, Königin der Apostel und Mutter der Priester, möge unsere Gebete und unsere Opfer vor ihren göttlichen Sohn tragen. Dann werden die Quatembertage auch für unsere Zeit zu einer Quelle des Segens werden – für die ganze Kirche, für die Priester und für die Seelen. 

Mit priesterlichen Segensgrüßen 

Vorwort des Distriktoberen

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!

Als fürsorgliche Mutter, die uns zur Heiligkeit führen möchte, lädt uns die Kirche ein, keine Jahreszeit ohne besondere Bußübung verstreichen zu lassen, also nicht nur in der Fasten- und in der Adventszeit Buße zu tun, sondern auch im Sommer und im Herbst Verzicht zu leisten. So kennt die Kirche von alters her die Quatembertage. Sie gehören zu den Schätzen der Tradition, die über viele Jahrhunderte das geistliche Leben der Gläubigen geprägt haben. Auch wenn ihre Beobachtung heute nicht mehr allgemein vorgeschrieben ist, haben sie nichts von ihrer Bedeutung verloren – vielmehr erscheinen sie in unserer Zeit wichtiger und angebrachter denn je. Daher möchte ich Ihnen diese Übung, die nun in diesem Monat wieder vorgesehen ist, sehr ans Herz legen.

Die Quatembertage sind Tage des Dankes, der Sühne und der Bitte. Die Kirche dankt Gott für die Gaben der Schöpfung, für die Früchte der Erde und für alle Wohltaten seiner Vorsehung. Zugleich ruft sie ihre Kinder zur Buße auf, damit sie ihre Herzen reinigen und sich neu auf Gott ausrichten. Und sie bittet um neue Wohltaten.

Die Quatembertage waren für die Erteilung der heiligen Weihen bevorzugte Tage. Daher sehen wir mit Fug und Recht die Bittgebete der Quatember in diesem Licht. Beten wir eifrig für die Heiligung der Priester und um heiligmäßige Berufungen.

Diese Anliegen verdienen heute unsere besondere Aufmerksamkeit. Die Kirche lebt aus dem heiligen Messopfer; dieses ist untrennbar mit dem Priestertum verbunden. Wo es keine Priester gibt, wird das Opfer Christi nicht mehr auf den Altären gegenwärtig, verstummen die Kanzeln und bleiben die Beichtstühle leer. – Leider ist die zunehmende Priesterlosigkeit eine der faulen Früchte der vom II. Vaticanum angestoßenen „Reform“ der Kirche.

Einen Priester, der die große Diskrepanz zwischen diesem nachkonziliaren Umbruch und den wahren Reformbestrebungen der Kirchengeschichte aufgezeigt hat, möchte ich besonders erwähnen. Es geht um einen Priester, dessen Leben zutiefst vom Dienst an der Kirche und von der Treue zu überlieferten Lehre geprägt wurde, und der am 14. September seinen 100. Geburtstag begehen darf, wobei er zugleich auf 75 Jahre Priestertum zurückblickt: Prälat Prof. Dr. Georg May. Mit klarem Blick, wissenschaftlicher Genauigkeit und mit Bekennermut hat er die modernistischen Verirrungen angeprangert – so etwa in seinem im Sarto Verlag erschienen Monumentalwerk 300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie. Seine Schriften haben vielen Menschen wertvolle Orientierung in einer Zeit großer Verwirrung gegeben. – Ad multos annos!

Der unschätzbare Einfluss, den ein einziger treuer Priester haben kann, und die desolate gegenwärtige Lage der Kirche zeigen uns die Wichtigkeit des Gebets um gute, ja heilige Priester und Ordensleute. Heute mehr als je ist die Opferbereitschaft der Gläubigen gefordert. Jede Berufung ist ein Geschenk Gottes. Sie kann nicht geplant und organisiert werden; sie muss erbeten werden. Deshalb sind die Quatembertage eine besondere Einladung, den Herrn der Ernte zu bitten, Arbeiter in seinen Weinberg zu senden. Mögen daher möglichst viele Gläubige diese Tage in großherzigem Geist begehen.

Zum Schluss möchte ich den Blick erweitern und neben den Priesterberufungen auch die Ordensberufungen ansprechen, indem ich meinen Aufruf vom Januar wieder aufgreife: den Aufruf zu vermehrtem und gezieltem Gebet um Ordensberufungen. Beten wir, dass immer mehr von unseren guten jungen Katholiken den Mut aufbringen, sich für das Ordensleben zu entscheiden!

Kürzlich las ich den Satz: „Was das Gebet erbittet – das Opfer erlangt es.“ Mögen in diesem Sinn die Quatembertage ein Ansporn sein, durch freiwillige Bußübungen das Gebet fruchtbar zu machen – auch an anderen Tagen! Die Gottesmutter, Königin der Apostel und Mutter der Priester, möge unsere Gebete und unsere Opfer vor ihren göttlichen Sohn tragen. Dann werden die Quatembertage auch für unsere Zeit zu einer Quelle des Segens werden – für die ganze Kirche, für die Priester und für die Seelen. 

Mit priesterlichen Segensgrüßen 

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