Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!
Wie könnte ich anders, als für den „Muttergottesmonat“ den Rosenkranz zu empfehlen? Ich möchte Ihnen aber nicht in Erinnerung rufen, was Sie eh schon wissen: dass Maria in Fatima das Rosenkranzgebet gewünscht, ja gefordert hat. Vielmehr möchte ich Ihnen zeigen, warum der Rosenkranz das Heilmittel schlechthin für die Übel unserer Zeit ist.
Die Ursachen für das Darniederliegen des eigenen Seelenlebens und auch für die gesellschaftliche Unordnung könnte man in drei große Bereiche einteilen. Für jeden dieser drei Bereiche bietet der Rosenkranz das Gegengift!
Der erste Bereich, das erste Problemfeld, ist die Abneigung gegen die tägliche Realität – sie kann bis hin zum Ekel gehen. Sie wird genährt durch den Überdruss an der Banalität des Alltäglichen, für das wir wenig Interesse haben und dessen Sinn wir nicht erfassen. Verstärkt wird der Überdruss durch das alltägliche Einerlei mit seiner ertötenden Monotonie unserer Tätigkeiten und Lebenssituationen. Dazu kommt der als lähmend empfundene Druck von Regeln und Bestimmungen, nach denen wir uns richten müssen.
Hier bietet der freudenreiche Rosenkranz das Heilmittel. Er führt uns das Glück des christlichen Lebens vor Augen. Die Würde des Christen als Kind Gottes sehen wir in der Heiligen Familie. Wir betrachten die innige Vertrautheit der Seelen mit der heiligsten Dreifaltigkeit, auch in den Wechselfällen. Wir bewundern die gütige Führung der Vorsehung, auch wenn sie nicht vor Herausforderungen bewahrt. Und schließlich sehen wir die Schönheit und den Reichtum eines einfachen Lebens, wenn es mit Gott und für Gott geführt wird.
Das zweite Problemfeld ist das Zurückschrecken vor dem Leiden. Hier ist zuerst das eigene Leiden zu nennen aufgrund von Krankheiten, Unfällen, Missge- schicken. Es umfasst den Schmerz über die eigenen Grenzen und Unfähigkeiten, über die Misserfolge, und reicht bis zur Geringschätzung seiner selbst. Dann gibt es die Enttäuschung durch andere, durch ihre Kleinlichkeit, ihren Widerstand oder gar ihre Untreue. Schließlich gibt es das Leiden am Zustand dieser Welt mit den ganzen Katastrophen, Skandalen, Ungerechtigkeiten und Bosheiten.
Angesichts dieses Panoptikums des Leids bietet uns der schmerzhafte Rosenkranz die Heilmittel. Zunächst zeigt er uns den Wert des Leidens für die Sühne für unsere Sünden (und die Sünden anderer). Er leitet uns an, unsere ungeordneten Neigungen zu reinigen. Vor allem lehrt er uns den heiligenden Wert des Leidens durch die Vereinigung mit Jesus und die Tatsache, dass wir nur „durch Kreuz und Leiden zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen“ können. Die Betrachtung der Leidensmutter, des Simon von Cyrene und der Veronika zeigen uns die miterlösende Dimension unseres Leidens auf – wenn es mit dem Leiden Christi vereinigt ist.
Das dritte Problemfeld ist die Faszination für den Glanz und die Größe der Welt, mit anderen Worten die dreifache Begierlichkeit: erstens das Haben-Wollen (Augenlust), dem es um immer neue Technologien, Produktivität und Ertrag geht. Zweitens das Genießen-Wollen (Fleischeslust), das auf der Suche ist nach mehr oder immer noch raffinierterem Sinnenkitzel. Schließlich das Gelten-Wollen (Hoffart des Lebens), in dem sich die Suche nach Macht und Dominanz mit der Suche nach Anerkennung, Bewunderung und Erfolg verbündet und den Menschen in Unordnung stürzt.
Gegen diese Auswüchse bietet der glorreiche Rosenkranz das Gegenmittel, denn er lenkt unseren Blick auf die wahre Realität, für die wir gemacht sind: den Himmel. Die glorreichen Geheimnisse halten uns die unvergänglichen Schätze der Zukunft vor Augen. Sie zeigen uns, dass wir in der Gemeinschaft der Heiligen und durch die Erfahrung der Seligpreisungen jenen Frieden des Gewissens erlangen können, der eine Vorahnung des ewigen Glücks bereits hier auf Erden ist. Wir vereinigen uns als Glieder des mystischen Leibs mit unserem Haupt – Christus, der zu Rechten seines Vaters thront – und empfangen durch die damit verbundenen inneren Freuden schon in dieser Welt das „Hundertfache“.
Der Rosenkranz ist somit weit mehr als eine Kette von Gebeten; er ist die Schule der Betrachtung, die uns lehrt, unser Leben – als Individuum und als Teil der Gemeinschaft – in den Dienst Gottes zu stellen. So begeben wir uns auf den Weg, der zur Heiligung und zur vollkommenen Hingabe führt.
Mit priesterlichen Segensgrüßen
Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!
Wie könnte ich anders, als für den „Muttergottesmonat“ den Rosenkranz zu empfehlen? Ich möchte Ihnen aber nicht in Erinnerung rufen, was Sie eh schon wissen: dass Maria in Fatima das Rosenkranzgebet gewünscht, ja gefordert hat. Vielmehr möchte ich Ihnen zeigen, warum der Rosenkranz das Heilmittel schlechthin für die Übel unserer Zeit ist.
Die Ursachen für das Darniederliegen des eigenen Seelenlebens und auch für die gesellschaftliche Unordnung könnte man in drei große Bereiche einteilen. Für jeden dieser drei Bereiche bietet der Rosenkranz das Gegengift!
Der erste Bereich, das erste Problemfeld, ist die Abneigung gegen die tägliche Realität – sie kann bis hin zum Ekel gehen. Sie wird genährt durch den Überdruss an der Banalität des Alltäglichen, für das wir wenig Interesse haben und dessen Sinn wir nicht erfassen. Verstärkt wird der Überdruss durch das alltägliche Einerlei mit seiner ertötenden Monotonie unserer Tätigkeiten und Lebenssituationen. Dazu kommt der als lähmend empfundene Druck von Regeln und Bestimmungen, nach denen wir uns richten müssen.
Hier bietet der freudenreiche Rosenkranz das Heilmittel. Er führt uns das Glück des christlichen Lebens vor Augen. Die Würde des Christen als Kind Gottes sehen wir in der Heiligen Familie. Wir betrachten die innige Vertrautheit der Seelen mit der heiligsten Dreifaltigkeit, auch in den Wechselfällen. Wir bewundern die gütige Führung der Vorsehung, auch wenn sie nicht vor Herausforderungen bewahrt. Und schließlich sehen wir die Schönheit und den Reichtum eines einfachen Lebens, wenn es mit Gott und für Gott geführt wird.
Das zweite Problemfeld ist das Zurückschrecken vor dem Leiden. Hier ist zuerst das eigene Leiden zu nennen aufgrund von Krankheiten, Unfällen, Missge- schicken. Es umfasst den Schmerz über die eigenen Grenzen und Unfähigkeiten, über die Misserfolge, und reicht bis zur Geringschätzung seiner selbst. Dann gibt es die Enttäuschung durch andere, durch ihre Kleinlichkeit, ihren Widerstand oder gar ihre Untreue. Schließlich gibt es das Leiden am Zustand dieser Welt mit den ganzen Katastrophen, Skandalen, Ungerechtigkeiten und Bosheiten.
Angesichts dieses Panoptikums des Leids bietet uns der schmerzhafte Rosenkranz die Heilmittel. Zunächst zeigt er uns den Wert des Leidens für die Sühne für unsere Sünden (und die Sünden anderer). Er leitet uns an, unsere ungeordneten Neigungen zu reinigen. Vor allem lehrt er uns den heiligenden Wert des Leidens durch die Vereinigung mit Jesus und die Tatsache, dass wir nur „durch Kreuz und Leiden zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen“ können. Die Betrachtung der Leidensmutter, des Simon von Cyrene und der Veronika zeigen uns die miterlösende Dimension unseres Leidens auf – wenn es mit dem Leiden Christi vereinigt ist.
Das dritte Problemfeld ist die Faszination für den Glanz und die Größe der Welt, mit anderen Worten die dreifache Begierlichkeit: erstens das Haben-Wollen (Augenlust), dem es um immer neue Technologien, Produktivität und Ertrag geht. Zweitens das Genießen-Wollen (Fleischeslust), das auf der Suche ist nach mehr oder immer noch raffinierterem Sinnenkitzel. Schließlich das Gelten-Wollen (Hoffart des Lebens), in dem sich die Suche nach Macht und Dominanz mit der Suche nach Anerkennung, Bewunderung und Erfolg verbündet und den Menschen in Unordnung stürzt.
Gegen diese Auswüchse bietet der glorreiche Rosenkranz das Gegenmittel, denn er lenkt unseren Blick auf die wahre Realität, für die wir gemacht sind: den Himmel. Die glorreichen Geheimnisse halten uns die unvergänglichen Schätze der Zukunft vor Augen. Sie zeigen uns, dass wir in der Gemeinschaft der Heiligen und durch die Erfahrung der Seligpreisungen jenen Frieden des Gewissens erlangen können, der eine Vorahnung des ewigen Glücks bereits hier auf Erden ist. Wir vereinigen uns als Glieder des mystischen Leibs mit unserem Haupt – Christus, der zu Rechten seines Vaters thront – und empfangen durch die damit verbundenen inneren Freuden schon in dieser Welt das „Hundertfache“.
Der Rosenkranz ist somit weit mehr als eine Kette von Gebeten; er ist die Schule der Betrachtung, die uns lehrt, unser Leben – als Individuum und als Teil der Gemeinschaft – in den Dienst Gottes zu stellen. So begeben wir uns auf den Weg, der zur Heiligung und zur vollkommenen Hingabe führt.
Mit priesterlichen Segensgrüßen