Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!
Zum 60. Jahrestag der Schließung des II. Vatikanischen Konzils haben sich im vergangenen Dezember alle möglichen Kommentatoren geäußert. Auffällig ist, wie oft die Priesterbruderschaft St. Pius X. genannt wird, natürlich um sie zu tadeln, anzugreifen, zu verurteilen. Als ob die Priesterbruderschaft durch ihr Festhalten an der Überlieferung die Ursache der tiefen Krise der Kirche wäre!
Ich musste an ein Wort von Papst Benedikt XVI. denken: „Manchmal hat man den Eindruck, dass
unsere Gesellschaft wenigstens eine Gruppe benötigt, der gegenüber es keine Toleranz zu geben braucht, auf die man ruhig mit Hass losgehen darf.“
Ich denke aber auch an das Wort unseres Herrn: „Wenn man euch vor die Synagogen und vor die Obrigkeiten und Behörden schleppt, so macht euch keine Sorgen, wie und womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt.“ (Lk 12, 11)
Wir wissen, wie wir uns verteidigen. Wir antworten immer auf die gleiche Art und Weise. Wir vertreten nicht „unsere“ Lehre. Wir wollen nur das Echo sein der Päpste all der Jahrhunderte, die hinter uns liegen. Nicht mehr, nicht weniger, nicht anders. Wir vertrauen dem Lehramt unserer Mutter, der Römischen Kirche, durch die der Heilige Geist gesprochen hat.
Der deutsche Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller hat gegenüber dem katholischen Fernsehsender EWTN vor einigen Wochen gewarnt, Bischöfe könnten traditionell orientierte Katholiken dazu drängen, sich der Piusbruderschaft anzuschließen: „Ich habe von einigen Bischöfen gehört, dass Katholiken, die die neuere Form der Liturgie nicht wollen, entweder zu Hause bleiben oder zu den Lefebvrianern gehen können.“ Stattdessen rief er zum Dialog auf: „Wir müssen sehr offen sein, mit den Menschen in einem guten Dialog sprechen, in synodaler Weise, gemeinsam miteinander sprechen.“
Wir sehen: Die Vorstellung, dass sich noch mehr Gläubige unserem Werk zuwenden können, bereitet immer noch größtes Unbehagen. Aber warum ist das so? – Ich denke, es liegt nicht an der Messe als solcher, sondern daran, dass wir die Entscheidungen des Zweiten Vatikanums ablehnen, die nicht mit der Überlieferung im Einklang stehen. Unser Festhalten an der tridentinischen Messe mit gleichzeitiger Ablehnung des Novus Ordo ist der sichtbare Ausdruck dieser Ablehnung.
Mir scheint aus drei Gründen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Ablehnung des Zweiten Vatikanums auch innerhalb der Kirche salonfähig wird:
Erstens gibt es schon gewisse Würdenträger, die zugeben, dass Texte des Konzils zeitbedingt waren.
Zweitens gibt es päpstliche Entscheidungen, die das Konzil nicht ernst nehmen, sondern ihm widersprechen, so z. B. in Hinblick auf die Ernennung von Laien bzw. Frauen in leitende Funktionen, wo ihnen eine echte Entscheidungsgewalt mit disziplinären Kompetenzen zugestanden wird.
Drittens werden die jungen Katholiken, die den Glauben ernst nehmen und leben wollen, in den nächsten Jahren den Ausschlag geben. Sie suchen nämlich nicht nach zeitgeistkonformen Äußerungen aus dem letzten Jahrhundert, sondern nach wahrhaft katholischen Antworten für heute!
Und diese geistige Nahrung, die sie suchen, finden sie zunehmend im Schatz der überlieferten Lehre und der Messe aller Zeiten!
Am 18. Februar beginnen in diesem Jahr die Vierzig Tage der Großen Fastenzeit. Die Liturgie der Quadragesima feuert uns an zu Verzicht und Abbruch der Speise, zu einem ernsthaften Gebetsleben, aber auch zu Almosen und Barmherzigkeit.
Papst Leo der Große († 461) ermahnt uns in einer seiner Predigten:
„Lasst uns darum, Geliebteste, an unsere Schwachheit denken, und weil wir gar leicht in alle möglichen Sünden fallen, in keiner Weise jene vorzügliche Arznei, jenes so wirksame Heilmittel für unsere Wunden geringschätzen! Lasst uns nachsichtig sein, auf dass man auch mit uns Nachsicht habe! Die Verzeihung, die wir für uns erbitten, wollen wir auch gewähren! Lasst uns nicht nach Rache verlangen, wenn wir für uns selbst um Gnade flehen! Verschließen wir nicht unser Ohr bei den Klagen der Armen! Rasch und bereitwillig wollen wir gegen die Notleidenden Barmherzigkeit üben, damit auch wir am Tage des Gerichtes würdig sind, Barmherzigkeit zu finden! Wer mit Hilfe der göttlichen Gnade sich auf solche Art zu vervollkommnen trachtet, der beobachtet gewissenhaft das heilige Fasten.“
In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine gnadenreiche und geistlich fruchtbare Fastenzeit.
Mit priesterlichen Segensgrüßen
Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!
Zum 60. Jahrestag der Schließung des II. Vatikanischen Konzils haben sich im vergangenen Dezember alle möglichen Kommentatoren geäußert. Auffällig ist, wie oft die Priesterbruderschaft St. Pius X. genannt wird, natürlich um sie zu tadeln, anzugreifen, zu verurteilen. Als ob die Priesterbruderschaft durch ihr Festhalten an der Überlieferung die Ursache der tiefen Krise der Kirche wäre!
Ich musste an ein Wort von Papst Benedikt XVI. denken: „Manchmal hat man den Eindruck, dass
unsere Gesellschaft wenigstens eine Gruppe benötigt, der gegenüber es keine Toleranz zu geben braucht, auf die man ruhig mit Hass losgehen darf.“
Ich denke aber auch an das Wort unseres Herrn: „Wenn man euch vor die Synagogen und vor die Obrigkeiten und Behörden schleppt, so macht euch keine Sorgen, wie und womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt.“ (Lk 12, 11)
Wir wissen, wie wir uns verteidigen. Wir antworten immer auf die gleiche Art und Weise. Wir vertreten nicht „unsere“ Lehre. Wir wollen nur das Echo sein der Päpste all der Jahrhunderte, die hinter uns liegen. Nicht mehr, nicht weniger, nicht anders. Wir vertrauen dem Lehramt unserer Mutter, der Römischen Kirche, durch die der Heilige Geist gesprochen hat.
Der deutsche Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller hat gegenüber dem katholischen Fernsehsender EWTN vor einigen Wochen gewarnt, Bischöfe könnten traditionell orientierte Katholiken dazu drängen, sich der Piusbruderschaft anzuschließen: „Ich habe von einigen Bischöfen gehört, dass Katholiken, die die neuere Form der Liturgie nicht wollen, entweder zu Hause bleiben oder zu den Lefebvrianern gehen können.“ Stattdessen rief er zum Dialog auf: „Wir müssen sehr offen sein, mit den Menschen in einem guten Dialog sprechen, in synodaler Weise, gemeinsam miteinander sprechen.“
Wir sehen: Die Vorstellung, dass sich noch mehr Gläubige unserem Werk zuwenden können, bereitet immer noch größtes Unbehagen. Aber warum ist das so? – Ich denke, es liegt nicht an der Messe als solcher, sondern daran, dass wir die Entscheidungen des Zweiten Vatikanums ablehnen, die nicht mit der Überlieferung im Einklang stehen. Unser Festhalten an der tridentinischen Messe mit gleichzeitiger Ablehnung des Novus Ordo ist der sichtbare Ausdruck dieser Ablehnung.
Mir scheint aus drei Gründen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Ablehnung des Zweiten Vatikanums auch innerhalb der Kirche salonfähig wird:
Erstens gibt es schon gewisse Würdenträger, die zugeben, dass Texte des Konzils zeitbedingt waren.
Zweitens gibt es päpstliche Entscheidungen, die das Konzil nicht ernst nehmen, sondern ihm widersprechen, so z. B. in Hinblick auf die Ernennung von Laien bzw. Frauen in leitende Funktionen, wo ihnen eine echte Entscheidungsgewalt mit disziplinären Kompetenzen zugestanden wird.
Drittens werden die jungen Katholiken, die den Glauben ernst nehmen und leben wollen, in den nächsten Jahren den Ausschlag geben. Sie suchen nämlich nicht nach zeitgeistkonformen Äußerungen aus dem letzten Jahrhundert, sondern nach wahrhaft katholischen Antworten für heute!
Und diese geistige Nahrung, die sie suchen, finden sie zunehmend im Schatz der überlieferten Lehre und der Messe aller Zeiten!
Am 18. Februar beginnen in diesem Jahr die Vierzig Tage der Großen Fastenzeit. Die Liturgie der Quadragesima feuert uns an zu Verzicht und Abbruch der Speise, zu einem ernsthaften Gebetsleben, aber auch zu Almosen und Barmherzigkeit.
Papst Leo der Große († 461) ermahnt uns in einer seiner Predigten:
„Lasst uns darum, Geliebteste, an unsere Schwachheit denken, und weil wir gar leicht in alle möglichen Sünden fallen, in keiner Weise jene vorzügliche Arznei, jenes so wirksame Heilmittel für unsere Wunden geringschätzen! Lasst uns nachsichtig sein, auf dass man auch mit uns Nachsicht habe! Die Verzeihung, die wir für uns erbitten, wollen wir auch gewähren! Lasst uns nicht nach Rache verlangen, wenn wir für uns selbst um Gnade flehen! Verschließen wir nicht unser Ohr bei den Klagen der Armen! Rasch und bereitwillig wollen wir gegen die Notleidenden Barmherzigkeit üben, damit auch wir am Tage des Gerichtes würdig sind, Barmherzigkeit zu finden! Wer mit Hilfe der göttlichen Gnade sich auf solche Art zu vervollkommnen trachtet, der beobachtet gewissenhaft das heilige Fasten.“
In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine gnadenreiche und geistlich fruchtbare Fastenzeit.
Mit priesterlichen Segensgrüßen