Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!
Diese Ausgabe des Mitteilungsblatts dokumentiert die Bischofsweihen vom 1. Juli in Écône. Gleichzeitig erscheint eine Sonderbroschüre, die Ihnen das Glaubensbekenntnis in gedruckter Form zugänglich macht, welches der Generalrat der Priesterbruderschaft am 24. Juni dem Papst und allen Kardinälen übermittelt hat.
Sie wissen, wie der Vatikan darauf reagiert hat, und Sie kennen auch unseren Standpunkt, dass keine Exkommunikation vorliegt und dass unsere Sakramente weiterhin gültig sind. Darauf möchte ich jetzt nicht näher eingehen.
Eines unseren entschiedensten Argumente zugunsten der Bischofsweihen war und ist der Notstand in der Kirche. Es ist erschreckend, bis zu welchem Maß intelligente Theologen (und Theologinnen!) die Situation in der Kirche schönreden, um dieses Argument zu „entkräften“. So sagte ein Kardinal, es gäbe zwar liturgische Missbräuche, aber die Liturgiereform solle man nicht antasten. – Aber was ist, wenn der Missbrauch die Regel und der rechte Gebrauch die Ausnahme geworden ist? Und was ist, wenn ein Priester, der die Liturgie in aller Würde feiert, sich dadurch schon als „konservativ“ oder „piusnah“ verdächtig macht?
Man wendet auch ein, die Berufung auf einen Notstand in der Kirche sei nicht gerechtfertigt. Notstand sei etwas Punktuelles, nicht Andauerndes, er liege vor, wenn die Gläubigen keinen Zugang zu den Sakramenten hätten. Das sei heute nicht gegeben.
Das alles heißt doch einfach die Augen vor der Realität verschließen!
Tag für Tag erreichen uns Meldungen von deutschen Diözesanpriestern, die berichten, dass die Ordinariate oft keinen Grund zum Einschreiten sehen, wenn Priester im moralischen Bereich die Gebote weitgehend leugnen, wegdiskutieren oder sogar öffentlich brechen (z. B. durch eheähnliches Zusammenleben), dass die Ordinariate aber hellhörig werden und einschreiten, wenn Priester unbeliebte Glaubenswahrheiten (z. B. die Letzten Dinge) predigen, die Beichte fördern oder sonst zu konservativ sind.
Ich finde, dass die aktuelle Kirchenkrise einige Analogien zur Sichelzellanämie beim Menschen aufweist. Die Sichelzellanämie ist eine Erbkrankheit. Sie führt zu einer allgemeinen Blutarmut und aus Mangel an Durchblutung zum Absterben von Gewebe in den Organen.
Bei der Kirchenkrise handelt es sich auch um eine Erbkrankheit. Beim Erbgut der Kirche handelt es nicht um Gene, sondern um die Glaubenslehren. Leider wird dieses Erbgut beschädigt weitergegeben, denn einige wichtige Punkte des Glaubens und der Moral werden ver-
fälscht oder verschwiegen. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein allgemein verbreitetes Phänomen: Viele Gläubige stoßen nach teilweise langem Suchen innerhalb der katholischen Kirche zu uns und berichten, dass sie nun endlich in der Verkündigung das vernehmen würden, was dem Katechismus entspricht.
Die Kirchenkrise verformt Katechese und Apostolat: die vertikale Dimension geht immer mehr verloren, allzu oft bleibt eine horizontale Diesseitigkeit übrig, welche den Durst der Seelen nach dem Übernatürlichen nicht stillen kann.
Man predigt (angefangen von ganz oben!) nicht mehr Umkehr und Buße, sondern heißt die Sünde gut, fordert für den Empfang der Kommunion nicht mehr die entsprechende Vorbereitung. Das Ausströmen der Gnade in die Seelen wird dadurch nicht gefördert, sondern verhindert. Wie viele Seelen dadurch ihr übernatürliches Leben verloren oder nicht wiedererlangt haben, weiß nur Gott allein.
Gerade um diese unzähligen Seelen geht es! Sie haben ein Recht darauf, ihren geistlichen Hunger zu stillen. Auf sie trifft Klagelieder 4, 4 zu „Es klebte die Zunge des Säuglings an seinem Gaumen vor Durst; die kleinen Kinder verlangten Brot, und es war keiner, der es ihnen brach.“
Wir können ihr Elend nicht mit ansehen. Wir setzen uns nach Kräften ein, den Hungernden und Dürstenden, die sich in ihrer Not an uns wenden (ja, es ist oft eine große innere Not!), das zu bieten, was ihre Seelen so dringend benötigen!
Mit priesterlichen Segensgrüßen
P. Stefan Pfluger
Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!
Diese Ausgabe des Mitteilungsblatts dokumentiert die Bischofsweihen vom 1. Juli in Écône. Gleichzeitig erscheint eine Sonderbroschüre, die Ihnen das Glaubensbekenntnis in gedruckter Form zugänglich macht, welches der Generalrat der Priesterbruderschaft am 24. Juni dem Papst und allen Kardinälen übermittelt hat.
Sie wissen, wie der Vatikan darauf reagiert hat, und Sie kennen auch unseren Standpunkt, dass keine Exkommunikation vorliegt und dass unsere Sakramente weiterhin gültig sind. Darauf möchte ich jetzt nicht näher eingehen.
Eines unseren entschiedensten Argumente zugunsten der Bischofsweihen war und ist der Notstand in der Kirche. Es ist erschreckend, bis zu welchem Maß intelligente Theologen (und Theologinnen!) die Situation in der Kirche schönreden, um dieses Argument zu „entkräften“. So sagte ein Kardinal, es gäbe zwar liturgische Missbräuche, aber die Liturgiereform solle man nicht antasten. – Aber was ist, wenn der Missbrauch die Regel und der rechte Gebrauch die Ausnahme geworden ist? Und was ist, wenn ein Priester, der die Liturgie in aller Würde feiert, sich dadurch schon als „konservativ“ oder „piusnah“ verdächtig macht?
Man wendet auch ein, die Berufung auf einen Notstand in der Kirche sei nicht gerechtfertigt. Notstand sei etwas Punktuelles, nicht Andauerndes, er liege vor, wenn die Gläubigen keinen Zugang zu den Sakramenten hätten. Das sei heute nicht gegeben.
Das alles heißt doch einfach die Augen vor der Realität verschließen!
Tag für Tag erreichen uns Meldungen von deutschen Diözesanpriestern, die berichten, dass die Ordinariate oft keinen Grund zum Einschreiten sehen, wenn Priester im moralischen Bereich die Gebote weitgehend leugnen, wegdiskutieren oder sogar öffentlich brechen (z. B. durch eheähnliches Zusammenleben), dass die Ordinariate aber hellhörig werden und einschreiten, wenn Priester unbeliebte Glaubenswahrheiten (z. B. die Letzten Dinge) predigen, die Beichte fördern oder sonst zu konservativ sind.
Ich finde, dass die aktuelle Kirchenkrise einige Analogien zur Sichelzellanämie beim Menschen aufweist. Die Sichelzellanämie ist eine Erbkrankheit. Sie führt zu einer allgemeinen Blutarmut und aus Mangel an Durchblutung zum Absterben von Gewebe in den Organen.
Bei der Kirchenkrise handelt es sich auch um eine Erbkrankheit. Beim Erbgut der Kirche handelt es nicht um Gene, sondern um die Glaubenslehren. Leider wird dieses Erbgut beschädigt weitergegeben, denn einige wichtige Punkte des Glaubens und der Moral werden ver-
fälscht oder verschwiegen. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein allgemein verbreitetes Phänomen: Viele Gläubige stoßen nach teilweise langem Suchen innerhalb der katholischen Kirche zu uns und berichten, dass sie nun endlich in der Verkündigung das vernehmen würden, was dem Katechismus entspricht.
Die Kirchenkrise verformt Katechese und Apostolat: die vertikale Dimension geht immer mehr verloren, allzu oft bleibt eine horizontale Diesseitigkeit übrig, welche den Durst der Seelen nach dem Übernatürlichen nicht stillen kann.
Man predigt (angefangen von ganz oben!) nicht mehr Umkehr und Buße, sondern heißt die Sünde gut, fordert für den Empfang der Kommunion nicht mehr die entsprechende Vorbereitung. Das Ausströmen der Gnade in die Seelen wird dadurch nicht gefördert, sondern verhindert. Wie viele Seelen dadurch ihr übernatürliches Leben verloren oder nicht wiedererlangt haben, weiß nur Gott allein.
Gerade um diese unzähligen Seelen geht es! Sie haben ein Recht darauf, ihren geistlichen Hunger zu stillen. Auf sie trifft Klagelieder 4, 4 zu „Es klebte die Zunge des Säuglings an seinem Gaumen vor Durst; die kleinen Kinder verlangten Brot, und es war keiner, der es ihnen brach.“
Wir können ihr Elend nicht mit ansehen. Wir setzen uns nach Kräften ein, den Hungernden und Dürstenden, die sich in ihrer Not an uns wenden (ja, es ist oft eine große innere Not!), das zu bieten, was ihre Seelen so dringend benötigen!
Mit priesterlichen Segensgrüßen
P. Stefan Pfluger