Vorwort des Distriktoberen

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!

Zu Beginn dieses Monats April erleben wir in der Liturgie – und hoffentlich auch in unseren Herzen – den Weg, der jeweils beim „Engel des Herrn“ anklingt: „durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung.“

Gerade weil sie auf die größte Erniedrigung folgt, ist die Auferstehung ein so unerschütterlicher Beweis für die Gottheit Christi. Es ist daher nicht erstaunlich, dass es seit dem ersten Ostermorgen Versuche gibt, die leibliche Auferstehung Jesu zu leugnen. Die Hohenpriester von damals finden ihre getreuen Nachfolger in den modernistischen Theologen von heute. 

Diese erkennen richtig, dass die Auferstehung der Dreh- und Angelpunkt unseres Glaubens ist. Sie ist die ultimative Bekräftigung der Predigt Christi. Wie könnten wir davon auch nur eine Wahrheit ablehnen?

Wir feiern aber an Ostern nicht nur das historische Ereignis und den Beweis unseres Glaubens. Wir feiern auch den endgültigen Sieg des Lebens über den Tod. Nach der zeitweiligen Trennung nahm die Seele Christi wieder Besitz von ihrem Leib. Dieser erstand dabei in herrlicher Verklärung. Der auferstandene Leib des Herrn zeichnet sich aus durch vollkommene Klarheit, Unsterblichkeit und Leidensunfähigkeit. Er strahlt leuchtender als die Sonne. Diese Umgestaltung ist das Unterpfand für unsere eigene Hoffnung, denn was an Christus bereits vollzogen ist, erwartet auch uns in der Ewigkeit: 

„Nun aber ist Christus von den Toten auferstanden. Er ist der Erstling der Entschlafenen. Durch einen Menschen ist der Tod gekommen. Durch einen Menschen kommt die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle dem Tod verfallen sind, so werden in Christus alle das Leben haben. Ein jeder, wenn er an die Reihe kommt. Christus macht den Anfang. Darauf kommen die, die Christus bei seiner Wiederkunft gehören.“ (1 Kor 15, 20-23)

Die Aufforderung des Osterfests an uns heißt: In Christus sind wir auferstanden. In Christus sollen wir vom Tod zum Leben übergehen, von der Sünde zur Tugend, von der Finsternis zum Licht. Wie Christus auferstanden ist, so müssen auch wir zu einem gerechten Leben erstehen, indem wir das „Alte“ in uns sterben lassen, damit das „Neue“ leben kann. Das bedeutet ein Zweifaches:

  • Abkehr von der Welt: Wir dürfen uns nicht vom äußeren Schein irdischer Dinge bestechen lassen, sondern sollen uns nach den bleibenden, himmlischen Gütern sehnen.

  • Herrschaft des Geistes: Der Leib soll seine Bestimmung zur Ehre Gottes erfüllen, also dem Geiste folgen und nicht den Lastern dienen.

Es ist wieder der hl. Paulus, der einprägsame Worte dafür findet: „Wenn ihr mit Christus auferweckt seid, so sucht, was droben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was irdisch ist.“ (Kol 3, 1 f)

Dieser Blick nach „droben“ ist der wahre und der Wirklichkeit entsprechende Blick. Aus dieser Osterperspektive erscheinen Leiden und Kreuz in einem anderen Licht. Das gilt für die Passion Christi, das gilt aber auch für unser Leid, für das Kreuz, das jeder von uns zu tragen hat. In diesem Zusammenhang fällt mir ein Text ein, den ich kürzlich gelesen habe:

„Ich weiß nicht, ob auch nur ein einziger unter uns jemals das Gesamtbild sehen wird, die Gottesperspektive sozusagen. Es scheint, als sitzen wir wie kleine Kinder auf dem Fußboden und bestaunen die Rückseite eines Wandteppichs, der gerade gewoben wird. Aus unserer Sicht sieht er mitunter hässlich aus, ein Gewirr von Fäden, das keinen Sinn zu machen scheint. Aber eines Tages werden wir nicht mehr auf dem Boden sitzen, sondern wir werden die andere Seite erblicken. Und dort wird sich uns Gottes geniale Handarbeit offenbaren. Und in der Mitte sehen wir das Kreuz. Und in der Unendlichkeit dieses Wandteppichs sehen wir den einzelnen, unverwechselbaren Faden, einmalig in seiner Art und Farbe, den unser eigenes Leben zu 

diesem großen Ganzen beigetragen hat, diesen einen Faden, ohne den das Ganze irgendwie unvollständig wäre. Ich jedenfalls kann es kaum abwarten, Gottes Meisterwerk zu erblicken.“

Mit priesterlichen Segensgrüßen

Vorwort des Distriktoberen

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!

Zu Beginn dieses Monats April erleben wir in der Liturgie – und hoffentlich auch in unseren Herzen – den Weg, der jeweils beim „Engel des Herrn“ anklingt: „durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung.“

Gerade weil sie auf die größte Erniedrigung folgt, ist die Auferstehung ein so unerschütterlicher Beweis für die Gottheit Christi. Es ist daher nicht erstaunlich, dass es seit dem ersten Ostermorgen Versuche gibt, die leibliche Auferstehung Jesu zu leugnen. Die Hohenpriester von damals finden ihre getreuen Nachfolger in den modernistischen Theologen von heute. 

Diese erkennen richtig, dass die Auferstehung der Dreh- und Angelpunkt unseres Glaubens ist. Sie ist die ultimative Bekräftigung der Predigt Christi. Wie könnten wir davon auch nur eine Wahrheit ablehnen?

Wir feiern aber an Ostern nicht nur das historische Ereignis und den Beweis unseres Glaubens. Wir feiern auch den endgültigen Sieg des Lebens über den Tod. Nach der zeitweiligen Trennung nahm die Seele Christi wieder Besitz von ihrem Leib. Dieser erstand dabei in herrlicher Verklärung. Der auferstandene Leib des Herrn zeichnet sich aus durch vollkommene Klarheit, Unsterblichkeit und Leidensunfähigkeit. Er strahlt leuchtender als die Sonne. Diese Umgestaltung ist das Unterpfand für unsere eigene Hoffnung, denn was an Christus bereits vollzogen ist, erwartet auch uns in der Ewigkeit: 

„Nun aber ist Christus von den Toten auferstanden. Er ist der Erstling der Entschlafenen. Durch einen Menschen ist der Tod gekommen. Durch einen Menschen kommt die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle dem Tod verfallen sind, so werden in Christus alle das Leben haben. Ein jeder, wenn er an die Reihe kommt. Christus macht den Anfang. Darauf kommen die, die Christus bei seiner Wiederkunft gehören.“ (1 Kor 15, 20-23)

Die Aufforderung des Osterfests an uns heißt: In Christus sind wir auferstanden. In Christus sollen wir vom Tod zum Leben übergehen, von der Sünde zur Tugend, von der Finsternis zum Licht. Wie Christus auferstanden ist, so müssen auch wir zu einem gerechten Leben erstehen, indem wir das „Alte“ in uns sterben lassen, damit das „Neue“ leben kann. Das bedeutet ein Zweifaches:

  • Abkehr von der Welt: Wir dürfen uns nicht vom äußeren Schein irdischer Dinge bestechen lassen, sondern sollen uns nach den bleibenden, himmlischen Gütern sehnen.

  • Herrschaft des Geistes: Der Leib soll seine Bestimmung zur Ehre Gottes erfüllen, also dem Geiste folgen und nicht den Lastern dienen.

Es ist wieder der hl. Paulus, der einprägsame Worte dafür findet: „Wenn ihr mit Christus auferweckt seid, so sucht, was droben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was irdisch ist.“ (Kol 3, 1 f)

Dieser Blick nach „droben“ ist der wahre und der Wirklichkeit entsprechende Blick. Aus dieser Osterperspektive erscheinen Leiden und Kreuz in einem anderen Licht. Das gilt für die Passion Christi, das gilt aber auch für unser Leid, für das Kreuz, das jeder von uns zu tragen hat. In diesem Zusammenhang fällt mir ein Text ein, den ich kürzlich gelesen habe:

„Ich weiß nicht, ob auch nur ein einziger unter uns jemals das Gesamtbild sehen wird, die Gottesperspektive sozusagen. Es scheint, als sitzen wir wie kleine Kinder auf dem Fußboden und bestaunen die Rückseite eines Wandteppichs, der gerade gewoben wird. Aus unserer Sicht sieht er mitunter hässlich aus, ein Gewirr von Fäden, das keinen Sinn zu machen scheint. Aber eines Tages werden wir nicht mehr auf dem Boden sitzen, sondern wir werden die andere Seite erblicken. Und dort wird sich uns Gottes geniale Handarbeit offenbaren. Und in der Mitte sehen wir das Kreuz. Und in der Unendlichkeit dieses Wandteppichs sehen wir den einzelnen, unverwechselbaren Faden, einmalig in seiner Art und Farbe, den unser eigenes Leben zu 

diesem großen Ganzen beigetragen hat, diesen einen Faden, ohne den das Ganze irgendwie unvollständig wäre. Ich jedenfalls kann es kaum abwarten, Gottes Meisterwerk zu erblicken.“

Mit priesterlichen Segensgrüßen

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